Hyper-V(Ph)ilosoph – 1. Akt

 

Mittlerweile habe ich einige Erfahrungen bzgl. Microsoft Hyper-V sammeln können, und möchte hier mal ein paar Gedanken, Ideen und Visionen niederschreiben. Alle was ich hier schreibe sind meine eigenen Erfahrungen, und basieren auf Windows Server 2008 R2 und Hyper-V R2.

Es war im Sommer 2009, als mich das Thema „Virtualisierung“ einholte. Die ersten Anfänge wurden mit VM-Ware gemacht, zuerst mit ESXi, danach mit ESX Server und vSphere. Da ich aber in meinem Berufsleben immer mehr zum Microsoft Anhänger wurde, habe ich mich sofort auf Hyper-V gestürzt.  Es war zwar ein langer Weg von Virtual PC 2005 zu Hyper-V R2, dennoch hat Microsoft, meiner Meinung nach, gute Arbeit geleistet und kann durchaus mit dem großen Konkurrenten mithalten, wenn nicht sogar in manchen Bereichen, diesen übertreffen. Und wenn wir in die Zukunft sehen, wird das immer besser, um nur „Dynamic Memory“ zu nennen. Aber wieder zurück zu meinen Anfängen von Hyper-V.

Als ich zum ersten Mal Hyper-V in einer dementsprechenden Umgebung testen konnte, war mein erster Eindruck, WOW!!! Cluster Shared Volume, Live Migration, Hyper-V R2 Cluster, all diese Dinge waren einfach zu konfigurieren, und funktionierten auf Anhieb. Die ganzen Videos im Netz, die zeigten das während einer Live Migration, der Ping ohne Unterbrechung durchläuft, waren kein Fake, sie waren echt!
Somit war klar, Hyper-V R2 soll bei uns Einzug nehmen, und als Vorzeige-Installation dienen. Nach langer und guter Planung, war die Konfiguration fertig.

Es war eine Investition für die Zukunft, und sollte einige Jahre halten, somit wurde ein SAN Storage von Fujitsu angeschafft, ein DX80, um genau zu sein, gleich 2, ein Master und ein Slave, beide vollgepackt mit HDD‘s. Dann benötigten wir noch 2 Hosts, die die Arbeit erledigen. Ein Fujitsu RX300S4 war bereits vorhanden, diese wurde noch vollgepackt mit Speicher, zusätzlich wurde noch ein zweiter RX300S5 angeschafft, dieser wurde ebenfalls mit ausreichen Arbeitsspeicher ausgestattet. Beide Hosts haben eigene HDD‘s im Raid1 Verbund, auf denen das Betriebssystem läuft, in unserem Fall, Windows Server 2008 R2 Core. Zusätzlich wurde noch ein physikalischer Server mit 8 Stück 1TB Platten angeschafft, der für das Backup zuständig ist. Für die Sicherung wird natürlich Microsoft DPM 2010 benutzt. Jeder physikalische Server ist mit redundanten Netzteilen ausgestattet, von denen 1 Stück an der USV, und 1 Stück am normalen Stromnetz angeschlossen wurden. SAN und Hosts sind redundant mittels FibreCat verbunden.

Jetzt möchte ich mal die einzelnen Punkte etwas näher erläutern.

Das Storageclip_image001
Als jahrelanger Fujitsu Partner, lag die Entscheidung Nahe, auf dessen Storage System zu setzen, auch wenn am Markt durchaus preiswertere, jedoch qualitativ mindere, Lösung vorhanden sind. Als erstes überlegte ich wie meine Virtuelle Umgebung aussehen sollte, und wie viel Platz ich dafür benötige. Am Anfang habe ich etwas übers Ziel hinausgeschossen, und wollte mit Kanonen auf Spatzen schießen. :-)

Nach nochmaliger Überlegung, kam ich zu dem Ergebnis, das ich mit 2 Fujitsu DX80, zu je 12 Platten, auskommen sollte. Aktuell hatte ich ca. 8 physikalische Server in unserem Rack, diese galt es zu ersetzen, zusätzlich wollte ich noch um 4 Server aufstocken, und es sollte auch noch Platz für eine Testumgebung sein.

Jetzt kann ich es ja verraten, unser virtueller Cluster betreibt mittlerweile 16 Server!!!  Also etwas mehr als erwartet, aber das System stößt noch lange nicht an seine Grenzen.Wieder zurück zur Planung.

Ich machte mir Gedanken über die Plattenaufteilung, welche Platten, SAS oder SATA, wie groß, und in welchem Raid-Verbund. Ich legte die Zahl, der zu virtualisierenden Server fest, und wie viel Platz diese benötigen. Ich ging von 12 Servern aus, mit jeweils 50GB als Systempartition,also entschied ich mich für für 3 x 500GB SATA im Raid 5. Für die Systemplatten benötigt man kaum Performance, da diese nur beim Starten viel Ressourcen benötigen, im Betrieb jedoch eher wenig schreiben oder lesen. Die Auslagerungsdatei, oder auch Pagefile genannt, wird von Hyper-V R2 ebenfalls dort abgelegt wo die Systemplatte liegt, aber auch diese ist bei 16 Servern kein Problem. Auch der Platz war ausreichen, ein Raid 5 mit 3 mal 500GB, stellt 1TB zur Verfügung. Laut meiner Rechnung also Platz für ca. 20 Server, wobei nicht alle Server eine 50GB große System HDD besitzen.

Danach wurde es spannend. Folgende Server/Dienste werden bei uns genutzt. Exchange, CRM, Sharepoint, NAV, WSUS, IIS, User-Daten und natürlich einige SQL Datenbanken. Dies musste nun sinnvoll, platzsparend aber performant verteilt werden. Nach einiger Überlegung, schaffte ich es alles zu verteilen. Je nach Anforderung wurden schnelle SAS Platten, oder große SATA Platten verwendet und diese im richtigen Raid-Verbund eingebunden. Insgesamt stehen 14,5 TB an Speicherplatz zur Verfügung. Dies sollte für einige Zeit genug sein.

Das Netzwerk 815942_86184086
So, nun ist das Netzwerk an der Reihe. Am Anfang muss gesagt werden, das der gesamte Netzwerktraffic, der virtualisierten Server, nicht auf den physischen Switch, sondern über die virtuellen Switches geleitet wird. Das ganze vereinfacht ausgedrückt, 10GB von Server1 auf Server2 kopieren, wird im Prinzip von einer virtuellen HDD zur anderen virtuellen HDD kopiert und berührt weder die NIC der ausführenden Hosts, noch den physischen Switch. Also verwarf ich meine anfängliche Idee, 2 Stück Gbit Nic‘s zu einem Team zusammen zu schließen, und blieb bei einer einzigen 1Gbit Nic. Eine Nic wird für den Hyper-V R2 Cluster Heartbeat benötigt, und eine Nic habe ich in einem VLAN konfiguriert, damit ich unseren Schulungsraum von Firmennetzwerk trennen konnte. Der Server für unseren Schulungsraum läuft in einem separatem Vlan, und eine virtuelle Smoothwall fungiert als Firewall in unser Firmennetz. Also hatte jeder Host 4 Nic‘s, 3 Stück fürs produktiv System, eine als Ausfallschutz. Auch hier ist zu sagen, das für ca. 30 Clients, eine 1 Gbit Nic in den Hosts mehr als ausreichend ist.

 

… Fortsetzung folgt nächste Woche…

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