Interview mit Carsten Rachfahl

Hallo Leute, heute feiern wir eine Premiere hier im Blog. Mein erstes Interview, und hoffentlich nicht das letzte, wird hier veröffentlich. Carsten Rachfahl hat sich die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet, und das sehr ausführlich, wie ihr gleich lesen werdet. Carsten und ich haben uns über unsere Blogs kennen gelernt. Grund dazu, war unser beider Interesse für die Marke Apple. Schnell hatten wir aber noch mehr gemein, die Leidenschaft für unsere Arbeit, und das Thema Hyper-V von Microsoft. So blieben wir ständig in Kontakt, und nun hat Carsten die Zeit gefunden mein Fragen zu beantworten. Am Anfang findet ihr einige Infos zu Carsten Rachfahl, seine Mail, seine Blogs und mit welchen Twitter Kontos er unterwegs ist, danach sofort das Interview.

 

carstenCarsten Rachfahl

c.rachfahl (at) rachfahl.de
http://www.rachfahl.de

http://www.hyper-v-server.de
http://www.himmlische-it.de
http://www.fit-in-lizenzen.de
http://technikblog.rachfahl.de
http://www.it-cast.de

Twitter:
@hypervserver, @himmlischeit,
@fitinlizenzen, @technikblog und @crachfahl

Vorstellung, wer bist du und was machst du?

Wer bin Ich? Meine Frau sagt ich bin jemand der sein Hobby (die IT) zum Beruf gemacht hat. Und sie hat recht. Wie definiere ich mich? Zum einen bin ich 44 Jahre geworden und Vater von zwei tollen Kindern. Zum anderen bin ich Workoholic, der mit seiner Frau Kerstin seit mehr als 19 Jahren eine Firma hat.

Hobbys außer die IT sind laufen, Laienschauspiel, Filmen schauen (am besten in Englisch) außer es sind Bollywood Streifen (die ich liebe) und zum Entspannen saunieren.

Wie bist du zur IT gekommen, und wie war deine Laufbahn?

Oh das ist eine lange Geschichte. Ich habe relativ früh mit IT angefangen, als das noch nicht üblich war. Damals mit 14 (1980 also vor 30 Jahren) sah ich beim Vater eines Schulkameraden eine TRS80 Computer und war sofort davon fasziniert. So was musste ich auch haben. Ich bin ab da jede Schulferien in die Fabrik zum „wuppen“ gegangen bis ich mir einen Genie 1 mit Kasettenlaufwerk (TRS80 Nachbau) leisten konnte.

Dann folgte bald ein Apple IIe mit zusätzlicher CP/M Karte und zwei Diskettenlaufwerken und danach ein Atari ST mit meiner ersten Festplatte mit gigantischen 30MB Kapazität. Nach dem Abitur 1988 startete ich dann ein Studium (Nachrichtentechnik) und gleichzeitig einen Job um das Studium und die Computerrei zu finanzierten. Mein Arbeitgeber hatte damals einen Modula-II Compiler auf verschiedenen Unix Systeme portiert und ich konnte dort meine Programmiertechnik verfeinern.

Als diese Firma dann gekauft wurde, habe ich bei meinem neuen Arbeitgeber das damals aufkommende Grafiksysteme X-Windows, welches auch heute noch unter jedem Unix und Linux liegt, auf das OS9 Echtzeitbetriebsystem portiert. Als diese Firma dann Insolvenz ging, habe ich 1991 die Rachfahl Datentechnik gegründet, in der ich und ein damaliger Kollege dann für Firmen Netze (Netware) und Arbeitsplätze (MS-DOS und Windows 3.1) installiert und betreut haben.

Gleichzeitig begann ich ein neues Studium, welches ich 1995 dann mit dem Abschluss zum Dipl.-Ing. der Automatisierungstechnik beendet habe. Dort hatte ich das Glück durch meine UNIX-Kenntnisse in zwei Labors als studentische Hilfskraft zusätzlich jobben zu können. Hierbei war für mich nicht das Geld ausschlaggebend, sondern die Workstations und die Betriebssysteme, die in den Labors zu betreuen waren.

Ich konnte dort mit SUN, HP und SGI Workstations arbeiten und hatte das erste Mal mit dem Internet Kontakt. Ich durfte damals 1993 die Geburt des World Wide Webs miterleben. Wir haben auf den verschiedenen Maschinen den NCSA Mosaic Browser kompiliert und konnten ersten Websites damit anschauen.

Nach meinem Abschluss gründeten dann mein damaliger Arbeitskollege Michael Tielke, meine Frau Kerstin und ich die Rachfahl & Tielke oHG. In ihr beschäftigten wir uns hauptsächlich mit der Betreuung von Firmennetzen, Webdesign und dem Internetproviding. Die Rachfahl & Tielke oHG hat bis Ende 2006 bestand, wo sie dann in die zwei Firmen die Netzpepper (Internet Part) und die Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG (Systemhaus Part) aufgesplittet wurde.

Heute beschäftigen wir uns primär mit Microsoft und Citrix Produkten. Citrix Silver Advisor Partner sind wir schon im neunten Jahr und Microsoft Partner schon um die 15 Jahre. Mit der Microsoft Partnerschaft machen wir seit 2006 wirklich ernst: zuerst als Certified Partner und dann ab 2008 als Gold Certified Partner. Auch mit dem neuen MPN Partnerprogramm welches sich auf Kompetenzen konzentriert sind wir von Anfang an sehr rege dabei.

Wir können momentan zwei Gold Kompetenzen und weiteren acht Silber Kompetenzen vorweisen. Ganz besonders stolz bin ich auf die Gold Virtualization Kompetenz, in der wir der erste deutsche Partner sind.

Warum Hyper-V?

Aus mehreren Gründen. Zum einen sind wir ein Systemhaus was sich hautsächlich mit Microsoft Technologien beschäftigt. Hier fühlen wir uns Zuhause. Deswegen liegt es nahe, auch den Hypervisor von Microsoft einzusetzen. Zum anderen ist Hyper-V für uns die logische Fortsetzung dessen, was wir schon seit Jahren machen.

Wir haben vor Hyper-V bereits etliche Microsoft Virtualserver Projekte realisiert und betreiben und pflegen die auch heute noch. Das liegt sicherlich auch an dem Kundensegment, in dem wir arbeiten: kleine und mittelständische Firmen. Diese Wollen nicht erstmal mehrere 10tausende Euro investieren, um mit der Virtualisierung zu starten. Und dann ist Hyper-V einfach cool. Es fühlt sich an wie Windows – es schmeckt wie Windows – es ist Windows.

Nein im Ernst: Man arbeitet mit Hyper-V auf seiner vertrauten Umgebung. Du kannst die Tools einsetzen die du kennst das ist einfach Klasse.

Wie siehst du die Entwicklung von Hyper-V im Vergleich zu VMWare?

Sehr gut. Ich glaube, dass wenn wir mal 5 Jahre in die Zukunft blicken VMWare nur noch in sehr großen Umgebungen eine Rolle spielen oder zumindest Hyper-V gleichgezogen sein wird. Warum? Weil VMWare im Gegensatz zu Microsoft mit dem Hypervisor Geld verdienen muss.

Die großen Mehrwerte die der VMWare Hypervisor noch vor ein bis zwei Jahren besessen hat und die dadurch auch einen Preisunterschied rechtfertigten, werden immer kleiner und in Zukunft vielleicht nicht mehr existent sein. Ich glaube sogar, das Hper-V in vielen Bereichen besser sein wird als seine Konkurrenten. Warum? Weil Microsoft 80 – 90% der Payload in den VMs stellt.

Microsoft kann und tut das ja auch, das Betriebssystem und den Hypervisor verschmelzen und dadurch Vorteile einbauen, die die ander nur sehr schwer bis gar nicht verwirklichen können. Beispiele sind hierfür „RemoteFX“ und „Dynamic Memory“. Ein weiterer Grund warum es VMWare schwerer haben wird ist, dass der Hypervisor mit dem Betriebssystem geliefert wird und immer mehr Leute damit spielen können. Damit verbreitert sich zwangsläufig das Know-how. Und wenn die Leute erst mal erkennen wie einfach die Virtualisierung mit Hyper-V ist, dann nimmt das Thema richtig Fahrt auf.

Beschreibe ein Hyper-V Szenario/Umgebung welches du umgesetzt hast!

Am interessantesten ist vielleicht unsere eigene Umgebung. Wir betreiben momentan 4 Hyper-V Hosts (drei in Hallenberg und einen in einem Frankfurter Rechenzentrum). Dazu setzen wir die SystemCenter Produkte Dataprotection Manger 2010 zum Sichern und Operations Manager 2007 R2 zum Monitoren ein. Weiterhin hat jeder Mitarbeiter zu seinem Notebook eine kleine Workstation, mit Windows Server 2008 R2.

Damit können sie mit dem Hypervisor spielen und Erfahrungen sammeln. Der vierte Server der in dem Frankfurter Rechenzentrum steht ist dabei eine eigene interessante Lösung (es gibt auch einen Blogpost auf dem Hyper-V-Server Blog dazu). Er hostet fünf unserer WordPress Blogsysteme die alle samt auf der Windows Server 2008 R2 Webedition laufen. Als Betriebssystem für den Host fungiert dabei die Windows 2008 R2 Datacenter Edition.

Im Host ist der DPM 2010 installiert, der das System und die Hypervisor auf eine interne Platte schützt. Weiterhin setzten wir Drivesnapshot ein um die Bootpartition in regelmäßigen Abständen im Betrieb konsistent zu schnapshotten. Mit diesen Maßnahmen ist es uns möglich, auf viele möglichen Ausfallszenarien zu reagieren.

Wenn alle Stricke reißen, haben wir noch über die angeschlossene IP-KVM von Raritan die Möglichkeit von einer CD, welche in dem versteuernden Computer eingelegt ist, das System zu booten. Die ganze Lösung ist echt cool und wir haben darein viel Gehirnschmalz investiert.

Warum dieser Blog, welche Ziele verfolgst du damit?

Das ist ganz einfach. Ein Grund ist folgender: Kerstin und Ich haben vor ca. zwei Jahren beschlossen das wir das mit der klassischen Werbung lassen (weil es nichts bringt) und wir uns auf Web 2.0 konzentrieren wollten. Wir sind keine Vertriebler und haben und wollen auch keinen. Wir sind Techniker. Da liegt es nahe das wir unsere Lösungen im Internet beschreiben.

Die Idee ist dabei, dass Leute die technische Problem haben, unsere Lösungsbeschreibungen finden und ein Teil, der vielleicht die Dinge nicht selber machen möchte, diese an uns outsourcet. Wenn nicht sollen die Blogs zumindest unseren Expertenstatus belegen. Ich muss sagen es funktioniert für uns. Der zweite Grund ist, dass Virtualisierung eines meiner Steckenpferde ist und ich mich jetzt schon annähert 10 Jahre damit beschäftige.

Ich finde Hyper-V und die SystemCenter Produkte wirklich Klassen. Ich möchte auf unserem Hyper-V-Server Blog technische nutzbare Informationen zu diesem Thema bieten und vielleicht auch etwas Aufklärungsarbeit betreiben. Deswegen mache ich auch seit einigen Monaten den „Microsoft Virtualisierungs Podcast“.

In diesem gibt es beispielsweise Hinweise auf gute Blogposts, Interviews, Termine und vieles mehr. Übrigens würde ich mich über konstruktives Feedback dazu sehr freuen, damit ich die Inhalte noch weiter verbessern kann. Zusätzlich plane ich auch eine VideoCast Reihe zu Hyper-V. Schaut mal ab und zu vorbei, es lohnt sich.

Noch ein paar Worte zum Schluss?

Wir haben ja beide ein Ziel, was uns gemeinsam treibt. Ich hoffe, dass wir das erreichen. Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog und steigende Benutzerzahlen. Außerdem möchte ich mich bei dir bedanke, das Du mir die Gelegenheit gegeben hast mich auf deinem Blog vorzustellen. Ich würde mich freuen, wenn wir das Mal umdrehen können und ich dich im Gegenzug in meinem Podcast vor das Mikrofon bekomme.

Das war das erste Interview auf Techguy.at, mit Carsten Rachfahl. Ich hoffe in Zukunft auf rege Beteiligung, wen ich jemanden nach einem Interview frage. Ihr könnt auch gerne auf mich zukommen.

lg michael

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